Mittwoch, 23. Januar 2013

Nightwatch - Nachtwache & Freeze - Alptraum Nachtwache




Genre: Thriller | Drama

Erscheinungsjahr: 1994 | 1997

Regie: Ole Bornedal

Besetzung 1: Nikolaj Coster-Waldau, Sofie Gråbøl, Kim Bodnia uvm.

Besetzung 2: Ewan McGregor, Nick Nolte, Josh Brolin, Patricia Arquette uvm.

Inhalt (kurz): Martin nimmt einen Job als Nachtwächter in der Pathologie eines Krankenhauses an, um sein Studium zu finanzieren. Stündlich muss er seinen Rundgang machen, welchen ihn auch in die gruselige Leichenhalle führt. Während immer mehr Leichen eines Serienkillers eingeliefert werden, gerät Martin zunehmend in das Fadenkreuz der Ermittler.

Bewertung:

Story: Der Plot an sich ist bei beiden Filmen in etwa der Gleiche. Spannend und für die damaligen Verhältnisse gruselig, weiß er durchaus zu überzeugen. Allerdings gibt es einige wesentliche Unterschiede, auf die ich später noch genauer eingehe. Insgesamt sehr stimmig und gut durchdacht wird der Zuschauer immer wieder auf falsche Fährten geführt. (8/10) | (7/10)

Bild & Ton: Es wird durch eine passende Auswahl der Hintergrundmusik und guten Schockeffekten mit Spannung und Atmosphäre überzeugt. Im Remake gelingt dies jedoch nicht halb so gut, so dass ich zu behaupten wage, dass dort die Spannung gänzlich verloren geht. Ein ebenfalls kritischer Punkt ist, dass die Synchronisation in Freeze extrem schlecht ist. (8/10) | (7/10)

Darsteller: Das Remake trumpft mit echten Filmgrößen auf, so dass man meinen müsste, dass sich dahinter auch die bessere Leistung verbirgt. Doch dem ist hier nicht so. Ewan McGregor weiß zwar durchaus zu überzeugen, Nikolaj Coster-Waldau (Black Hawk Down, Game of Thrones) steht dem aber im Nichts nach. Ingesamt finde ich die Wahl der Besetzung im Original besser. (9/10) | (7,5/10)

Regie: Ole Bornedal ist ein guter Regisseur, keine Frage. Nightwatch wurde auch ein überraschender Erfolg, und das zurecht. Freeze konnte an diesem Erfolg aber nicht anschließen, spielte sogar weniger ein. Bemerkenswert ist, dass er auch das Drehbuch selbst verfasst hat. Im Remake gibts es leider einige Ungereimtheiten, welche ich im nächsten Punkt genauer erläutere. (8,5/10) | (6/10)

Vergleich/Unterschiede (ACHTUNG SPOILER-GEFAHR): 
-Logikfehler oder gewollter Unterschied? So viel sei zu verraten: der Protagonist Martin gerät im Original in Verdacht, weil er mit seiner Freundin in der Pathologie Sex hatte und dort sein Sperma gefunden wird, nachdem sich jemand an den Leichen vergangen hat. Im Remake findet diese Szene nicht statt, es werden jedoch abermals Spermaspuren gefunden. Der Zuschauer versteht nicht, weshalb diese Spuren auf Martin lenken.
-Im Remake sieht man, wie die Prostituierte Joice vom Killer Anweisungen bekommt, so dass der Verdacht für den Zuschauer gar nicht auf Martins Kumpel Jens/James fallen kann. Dass man im Remake dann dennoch versucht, den Verdacht auf ihn zu lenken, ergibt folglich keinen Sinn.
-Die beiden Freunde Martin und Jens unterziehen sich immer wieder Mutproben, welche im Nachhinein erst dazu führen, dass sie in diese Falle tappen. Im Remake kommt dieses viel zu kurz.
-Sämtliche Namen, abgesehen vom Protagonisten Martin, wurden "amerikanisiert" - was das Remake augenscheinlich für das Hollywood-Publikum interessanter machen soll.


Fazit: Ich habe grundsätzlich nichts gegen Remakes, wenn jedoch der selbe Regisseur seinen eigenen Film neu verfilmt und dieser dann einfach schlichtweg schlechter ist, als das Original, entfremdet sich mir der Sinn.
Einzeln betrachtet sind beides sehenswerte Filme, wobei das Original deutlich besser abschneidet. Trotz vieler Stars, weiß "Freeze" nicht zu überzeugen, auch in Hinblick auf die Glaubwürdigkeit der Personen. Atmosphäre, Spannung und Inszenierung trumpfen in Nightwatch deutlich besser auf. Es weist die typischen "Symptome" Ole Bornedals auf, wie ich auch schon bei Bedingungslos schrieb: auf einer gewissen, aber nicht negativen Weise, ist der Film durch seine besondere Atmosphäre eklig.
Ich empfehle dringend das Original zu sehen, auch wenn es nicht mit namhaften Stars daherkommt. Der beste Beweis dafür, dass Filme nicht immer typisch Hollywood sein müssen.

Nightwatch - Nachtwache 8/10 Punkte

Freeze - Alptraum Nachtwache 7/10 Punkte

Mittwoch, 9. Januar 2013

Bedingungslos



Genre: Krimi | Thriller

Erscheinungsjahr: 2007

Regie: Ole Bornedal

Besetzung: Anders W. Berthelsen, Rebecka Hemse, Nikolaj Lie Kaas, Dejan Cukic uvm.

Inhalt (kurz): Jonas (Anders W. Berthelsen) und seine Familie sind in einem schweren Autounfall verwickelt, bei dem Julia (Rebecka Hemse) schwer verletzt wird und folglich im Koma liegt. Von Gewissensbissen geplagt, besucht er sie im Krankenhaus, wo er von Julias Familie als ihr Freund Sebastian begrüßt wird. Statt die Sache klar zu stellen, verwickelt sich die Angelegenheit immer mehr...

Bewertung:

Story: Die Geschichte wird sehr gut erzählt und ist vor allem realistisch. Wirklich großartig baut sich der Spannungsbogen immer weiter auf, bis er gegen Ende kaum noch auszuhalten ist. Der Schluss ist überraschend, obwohl man ihn am Anfang des Films schon einmal sieht. (8,5/10)

Bild & Ton: Raffinierte Kameraschwenks und eine gute Ausleuchtung lassen diesen Film sehr modern wirken. Außerdem war mir diese Machart bisher relativ fremd, stieß dabei aber auf großes Gefallen. Die "Erinnerungsfetzen" in Form von Rückblenden sind äußerst gelungen. Abzüge in der B-Note bekommt der im Inhalt angesprochene Autounfall, in dem der Unfallwagen, völlig ohne Schaden zu nehmen, wie ein "Matchbox"-Auto umherwirbelt und in der nächsten Einstellung völlig zerstört ist. Aber das sind nur Kleinigkeiten. (8,5/10)

Darsteller: In unseren Landen erfreuen sich die Schauspieler keiner großen Bekanntheit, was jedoch Schade ist. Nikolaj Lie Kaas (Illuminati) und Dejan Cukic könnten nach In China essen sie Hunde bekannte Gesichter sein. Aber vor allem der Protagonist in Person von Anders W. Berthelsen gefiel mir als Charakterdarsteller sehr. Im Prinzip überzeugen alle Darsteller durch Glaubwürdigkeit. (8,5/10)

Regie: Dass der Däne Ole Bornedal ein guter Regisseur ist, bewies er bereits mit seinem Erfolg Nachtwache aus dem Jahr 1994. Doch hier hat er sich wirklich selbst übertroffen und nicht nur das, hat er auch im Vergleich der dänischen Kriminalfilme noch einen drauf gesetzt. Ich freue mich auf mehr! (9/10)


Fazit: Nachdem ich Drive des dänischen Regisseurs Nicolas Winding Refn sah , unterhielt ich mich mit einem Kumpel darüber, welcher mir Ole Bornedal und seine beiden Filme Bedingungslos und Nachtwache empfahl. Mir sagt die Machart der dänischen Filme sehr zu, vor allem was Atmosphäre und Bildtechnik betrifft. Beide angesprochene Filme Bornedals sind auf einer gewissen Weise eklig, ohne durch krasse Gewaltdarstellungen aufzufallen. Dieses Ekel erregende macht allerdings die Atmosphäre und Authentizität aus, welche den Werken ihren Stempel aufdrücken. Für Freunde guter Kriminalfilme und jedem, der auch mal etwas anderes als Hollywood sehen mag, ist Bedingungslos ein Muss!

8,5/10 Punkte

Dienstag, 18. Dezember 2012

Drive



Genre: Drama | Krimi

Erscheinungsjahr: 2011

Regie: Nicolas Winding Refn

Besetzung: Ryan Gosling, Carey Mulligan, Bryan Cranston, Albert Brooks, Ron Perlman uvm.

Inhalt (kurz): Der Mann ohne Namen (Ryan Gosling) ist Fahrer beim Film und arbeitet nebenbei in einer Autowerkstatt. Dank seiner außergewöhnlichen Fahrkünste bietet er sich außerdem als Fluchtfahrer für Raubzüge an. Als er seiner Nachbarin (Carey Mulligan) näher kommt und deren Mann aus dem Gefängnis zurück nach Hause kommt, beginnen die Probleme ihren Lauf zu nehmen...

Bewertung:

Story: Der Plot erinnert grundlegend an The Transporter, wurde allerdings deutlich besser umgesetzt. Weniger Action, als Atmosphäre wirkt hier im Vordergrund. Der Spannungsbogen verläuft geradezu perfekt - beginnend, aber nie völlig verlierend atmosphärisch, schaukelt er sich bis hin zu extremen Gewaltdarstellungen. Prinzipiell keine große Innovation, könnte man meinen, aber es ist die Art und Weise, die es hier so genial macht. (9/10)

Bild & Ton: Äußerst stilvoll, mit sehr professioneller Kameraführung, weiß dieser Film in allen Belangen zu überzeugen. Die wirklich coole und vor allem passende Musik unterstreicht das ganze perfekt. Es wird dadurch beim Zuschauer ein Schaukelbad der Gefühle erzeugt, mit dem jeder für sich klar kommen muss. (10/10)

Darsteller: Ryan Gosling gilt als einer der Newcomer der letzten Jahre und mimt in Drive wohl seine Paraderolle. Den sehr ruhigen und coolen Protagonisten weiß er perfekt und glaubwürdig darzustellen, was durch die begrenzten Dialoge wahrlich nicht alle Schauspieler vermögen. Auch die anderen, durchaus bekannten Darsteller, wissen zu überzeugen. (10/10)

Regie: Der dänische Regisseur Nicolas Winding Refn war bis dato vermutlich nur Kennern des Genre ein Begriff, sollte seinen Bekanntheitsgrad nun aber deutlich ausgebaut haben. Er erhielt für Drive bei den Filmfestspielen in Cannes den Preis für die beste Regie. Er schaffte es sehr niveauvoll seine Figuren zu lenken, ihnen Sympathien zu verleihen und gleichzeitig ein beklommenes, gar einsames Gefühl beim Zuschauer zu erzeugen. (9/10)



Fazit: Dieser Film weiß es perfekt den schmalen Grat zwischen "Hollywood" und "Arthouse" entlang zu wandern. Die sehr kühle Atmosphäre und die zugleich heftigen Gewaltdarstellungen sind sicher nicht für jedermann, allerdings in perfekter Symbiose für ein echtes Meisterwerk. Dieser Film wird sich zu einem Kultfilm entwickeln, da bin ich mir absolut sicher.

9,5/10 Punkte

Sonntag, 15. Juli 2012

All the Boys Love Mandy Lane


Genre: Horror | Thriller

Erscheinungsjahr: 2008

Regie: Jonathan Levine

Besetzung: Amber Heard, Anson Mount, Michael Welch, Whitney Able uvm.

Inhalt (kurz): Die junge, attraktive und jungfräuliche Mandy Lane ist bei den Jungs ihrer High School sehr beliebt. Alle versuchen sie zu erobern, doch sie lässt jeden abblitzen. Auf einer Ranch-Party versucht eine Gruppe Jungs sie mit Alkohol und Drogen gefügig zu machen, doch der Plan wird auf Grund unvorhergesehener Ereignisse schon bald zweitrangig...

Bewertung:

Story: Die Story eines typischen Teenie-Thrillers, was es im Grunde ja auch ist. Ob das nun gut oder schlecht ist, muss jeder für sich selbst entscheiden, Meisterwerke produziert man damit aber nicht. Positiv hervorzuheben ist, dass das Ende relativ überrascht. Bis dahin muss man allerdings eine Menge Klischees über sich ergehen lassen. (6,5/10)

Bild & Ton: Bildtechnisch ist nichts zu bemängelt. Es ist gut produziert und einige nette Landschaftsaufnahmen runden das Bild ab. Die Synchronisation ist ebenfalls okay. Musik bleibt nicht sonderlich im Gedächtnis. (7/10)

Darsteller: Amber Heard sticht hier wirklich positiv hervor. Nicht nur auf Grund ihres attraktiven Äußeren, sie hat außerdem eine klasse Ausstrahlung und weiß diese zu Nutzen. Dies bewies sie folglich auch schon in weiteren Filmen wie The Fighters und Zombieland. Ferner bekannt ist auch Michael Welch, spätestens nach seiner Rolle in den Twilight-Teilen. Die Leistung der Darsteller ist ok - nicht mehr und nicht weniger. (7,5/10)

Regie: Jonathan Levine hatte bis dato kaum nennenswertes veröffentlicht. 2 jahre später gewann er mit The Wackness den Publikumspreis beim Sundance Film Festival. Dieser Film hier ging meines Wissens leer aus, was vermutlich auch berechtigt ist. Für seinen ersten großen Spielfilm ist es aber durchaus in Ordnung. (7/10)

Fazit: Typisches Unterhaltungskino, nachdem man sich sagt "ein - zwei mal sehen reicht". Die Story ist nichts Besonderes, aber auch kurzweilig. Die wenigen Effekte wirken realistisch. Kurz: Schlecht gemacht ist dieser Film nicht! Wer sich grundsätzlich für dieses Genre interessiert, kann ihn sich durchaus mal ansehen. Amber Heard macht ihn sehenswert ;-)

7/10 Punkte

Mittwoch, 11. Juli 2012

Cop Land



Genre: Krimi | Drama | Thriller

Erscheinungsjahr: 1997

Regie: James Mangold

Besetzung: Sylvester Stallone, Ray Liotta, Robert DeNiro, Harvey Keitel, Robert Patrick uvm.

Inhalt (kurz): Freddy Heflin ist Sheriff in der Stadt Garrison, wo viele Polizisten des NYPD wohnen. Auch Heflin wäre eigentlich lieber ein echter New Yorker Polizist. Als der Polizist Murray „Superboy“ Babitch, aus eine Irrtum heraus, zwei Menschen erschießt, soll er von seinen korrupten Kollegen "beseitigt" werden. Als Freddy Heflin davon Kenntnis nimmt, steht er vor einer Entscheidung...

Bewertung:

Story: Die Idee korrupter Gesetzeshüter ist ja nichts neues, das Ausmaß dessen hier ist allerdings das was sich zu den meisten anderen Filmen unterscheidet. Übertrieben und gleichzeitig glaubwürdig dargestellt - ein Dorf-Sheriff setzt sich gegen eine ganze Stadt korrupter Kollegen für die Gerechtigkeit ein. Zu werten ist es von jedem selbst, interessant und spannend ist es aber auf jeden Fall. (7,5/10)

Bild & Ton: Viel Außergewöhnliches ist in Sachen Bild nicht zu erwähnen. Besonders hervorzuheben ist lediglich eine Szene, in der der Protagonist für mehrere Minuten taub durch die Straßen irrt und der Zuschauer sehr gut in seine Sicht versetzt wird. Eine großartige Szene.
Ich persönlich möchte an dieser Stelle noch die Synchronstimme Ray Liottas loben, die zu einer meiner Lieblingsstimmen gehört. Das Lob geht an Udo Schenk (u.A. auch die Stimme von Kevin Bacon, Ralph Fiennes und Gary Oldman). (8,5/10)

Darsteller: Gespart wurde in dieser Kategorie keinesfalls. Mit Sylvester Stallone, Ray Liotta, Harvey Keitel und Robert DeNiro stehen drei absolute Stars des damaligen und auch heutigen Kinos vor der Linse - und das ziemlich überzeugend. Für Keitel und De Niro war es nicht die erste Zusammenarbeit - bereits mehrere Male durfte man die beiden zusammen vor der Kamera bewundern.
Lob auch an Sylvester Stallone, welcher uns in diesem Film gezeigt hat, dass er auch Charakterrollen übernehmen kann - auch wenn es teilweise etwas unglaubwürdig wirkt. (8/10)

Regie: Ein unbeschriebenes Blatt ist James Mangold weißgott nicht. Wer ihn damals noch nicht kannte, tut es eventuell seit seinen 7 - 10 Jahre späteren Werken Todeszug nach Yuma (2007), Identität (2003), Walk the Line (2005) oder einigen anderen.
Seine Umsetzung dieser Story ist allerdings geringfügig mangelhaft. (7,5/10)

Fazit: Durchaus sehenswerter und unter Filmfreunden eigentlich zur Pflicht gehörender melodramatischer Thriller, welcher leider ein wenig hinter seinen Erwartungen zurückbleibt. Zunächst dramaturgisch holprig startend, schafft der Film es aber mit zunehmender Länge an Glaubwürdigkeit zu gewinnen. Das Großartige Aufgebot an Darstellern konnte dies leider auch nicht völlig kaschieren. Eher kann sich der Film durch coole Einzelszenen in das Gedächtnis des Betrachters einbrennen. Kleinere Schwächen und Holprigkeiten verhindern zwar die Tauglichkeit zum Meisterwerk, nicht aber zur empfehlenswerten Genreperle.

8/10 Punkte

Sonntag, 22. Januar 2012

Apocalypto



Genre: Abenteuer | Action | Drama

Erscheinungsjahr: 2006

Regie: Mel Gibson

Besetzung: Rudy Youngblood, Dalia Hernandez, Jonathan Brewer, Raoul Trujillo uvm.

Inhalt (kurz): Der Maya-Jäger "Pranke des Jaguars" lebt, mit seiner Frau, seinem Kind und seinem Vater, um das Jahr 1500, in einem kleinen Dorf im mesoamerikanischen Regenwald. Er und die anderen Männer im Dorf sind dafür zuständig, im Wald Nahrung zu beschaffen. Sie führen ein friedliches Leben, doch als das Dorf überfallen wird, ist die Idylle vorbei...

Bewertung:

Story: Vorab muss gesagt werden, dass man den Film nicht als Dokumentarfilm betrachten sollte - kennt man sich mit den Maya und ihrer Geschichte aus, würde man dann vermutlich enttäuscht werden. Eher sollte der Film als zivilisationskritisches Werk betrachtet werden.
Äußerst spannend und eindrucksvoll wird die gut durchdachte Geschichte hier dargestellt. Der Storyline folgt man gerne und aufmerksam, da sie kurzweilig und intressant ist. Die spätere "Menschenjagd" durch den Wald steht Thrillern der Jetzt-Zeit im Nichts nach. (9/10)

Bild & Ton: Ein Wort: Epochal. Extrem bildgewaltig, ganz ohne große Special Effects. Und das ist eine Kunst für sich. Sehr gute Kameraeinstellungen sorgen dafür, dass dieser Film Eindruck hinterlässt und professionell ist. Der Film ist komplett in der Mayasprache und somit mit Untertiteln unterlegt. Begleitet von guter und spannender Musik, passt das Gesamtpaket damit absolut. (10/10)

Kulisse & Kostüme: Gedreht wurde in Mexiko, genauer gesagt in Yucatan und Veracruz. Dort befinden sich einige der bedeutensten Maya-Ruinenstätten. Der ganze Film spielt somit im Wald bzw. einer alten Maya-Ruine - sehr authentisch. Positiver hervorzuheben sind aber die sehr gelungen Kostüme und Körperbemalungen der Darsteller. (9/10)

Darsteller: Berühmte Stars sind hier nicht zu erwarten, was dem Film allerdings einen realitätsnäheren Bezug verleiht. Filmfans könnten ein paar bekannte Gesichte auffallen, z.B. Raoul Trujillo (The New World, Cowboys & Aliens). Eine wirklich gute schauspielerische Leistung kann man beim Protagonisten Rudy Younblood beobachten! (8/10)

Regie: Mel Gibson hat ein eindrucksvolles Werk geschaffen, anders kann man es nicht sagen, ungeachtet dessen, was man von ihm als Schauspieler halten mag. Er versteht es, eine Geschichte spannend und gut inszeniert zu erzählen. Vorallem scheint er es zu verstehen, einen Epos zu schaffen, wie er mit Braveheart der Passion Christi auch schon bewiesen hat. (9/10)

Fazit: Bildgewaltig, spannend und gut dargestellt - so lässt sich dieser Epos kurz und knapp beschreiben. Wer hier keinen Dokumentarfilm erwartet und kein Problem damit hat, Untertitel zu lesen, wird damit seine Freude haben. Ebenfalls sollte man nicht davor zurückschrecken, blutige Szenen sehen zu müssen. Die ungekürzte FSK 18 Fassung trumpht mit brutaler Wahrheit und schonungslosen Bildern auf. Fans und Freunde guter Historienfilme sollten hier keinen Bogen drum machen.

9/10 Punkte

Sonntag, 8. Januar 2012

Mord in Greenwich



Genre: Krimi | Drama

Erscheinungsjahr: 2002

Regie: Tom McLoughlin

Besetzung: Christopher Meloni, Robert Forster, Maggie Grace uvm.

Inhalt (kurz): Die 15 jährige Martha wird im, sonst so beschaulichen, Belle Haven ermordet. 22 Jahre später besucht der Journalist und frühere Polizist Mark Fuhrman die Stadt, um ein Buch über diesen, immernoch ungeklärten, Fall zu schreiben. Er kommt der Lösung schließlich nahe...

Bewertung:

Story: Das Geschehen wechselt immer zwischen Gegenwart und der Vergangenheit, als der Mord geschah. Die Vergangenheit wird dabei vom Mordopfer selbst, quasi im Interview vor der Kamera sitzend, kommentiert. Meiner persönlichen Meinung nach nicht sehr gelungen. Insgesamt ist die Geschichte nichts neues oder originelles, aber vorallem die Spannung lässt zu wünschen übrig. Der aufmerksame Beobachter wird auch in der Lage sein, den ganzen Film über zu wissen, wer der Täter ist. (4/10)

Bild & Ton: Besonders anhand des Bildes erkennt man, dass es sich um eine Fernsehproduktion handelt. Das Bild ist sehr weich und ähnelt fast dem Gloom-Effekt bei diversen PC- und Konsolenspielen. Dies wirkt allerdings leider etwas billig. Die Kameraführung ist häufig stressig und fragwürdig. Die Musik stammt von Don Davis, der auch für die Soundtracks der Matrix-Trilogie, Jurassic Park 3 und einigen anderen bekannt ist. (4/10)

Darsteller: Keine großen Hollywood-Namen, aber dennoch für Film- und Serienkenner keine Unbekannten. Protagonist Christopher Meloni, bekannt aus der Erfolgsserie Law & Order, überzeugt mit einer souveränen Leistung. Robert Forster (Oscar-Nominierung bester Nebendarsteller für Jackie Brown) und Maggie Grace (Lost, 96 Hours, Knight and Day) sind ebenfalls bekannte Gesichter. Recht solide Darstellung. (7/10)

Regie: Tom McLoughlins erstes kommerziell erfolgreiches Werk war der 6te Teil der Freitag der 13. Reihe mit dem Namen "Jason lebt" aus dem Jahr 1986. Danach folgten vorwiegend TV-Produktionen, wie auch Mord in Greenwich. 2001 hatte er seinen wohl größten Erfolg mit The Unsaid mit Andy Garcia. Nichtsdestotrotz hier eine relativ lückenlose, aber auch ausbaufähige Leistung. (6/10)

Fazit: Typische TV-Produktion und in Anbetracht dieser Tatsache auch ausreichend. Mangelt es ihm zwar an einer originellen Geschichte und Spannung, sind wenigstens die Darsteller gut. Der Film ist sehr seicht und ihm ist problemlos zu folgen. Ich bin mir unschlüssig, ob Krimifans ihre Freude damit haben könnten, oder gerade deswegen die Finger davon lassen sollten. Abends vor dem Einschlafen kann man ihn sich durchaus ansehen - Alpträume bekommt man jedenfalls davon nicht.

5/10 Punkte

Montag, 2. Januar 2012

Taxi Driver



Genre: Drama | Thriller

Erscheinungsjahr: 1976

Regie: Martin Scorsese

Besetzung: Robert DeNiro, Peter Boyle, Cybill Shepard, Jodie Foster, Harvey Keitel uvm.

Inhalt (kurz): Travis Bickle nimmt einen Job als Taxifahrer an, um kontaktfreudiger zu werden. Er begegnet dabei auch allerlei Menschen, sieht New York aber nicht nur von seiner guten Seite. So entwickelt sich auch seine Einstellung. Mehr und mehr beginnt er seinen Job und die Gesellschaft, in der er lebt, zu hassen.

Bewertung:

Story: Für die damalige Zeit ein äußerst intressantes und, vorallem samt dem Ende, kritisches und zeitgemäßes Thema. Der Beginn der Rebellionen und des Punks, vor dem Hintergrund des Vietnamkrieges, schön veranschaulicht am Militärlook und dem Irokesenschnitt. Das Drehbuch stammt von Paul Schrader (Wie ein wilder Stier) und soll autobiographisch sein. Eine Oscar-Nominierung in der Kategorie Bester Film gab es auch noch. (10/10)

Bild & Ton: Gut gedreht, gut inszeniert - hier bedarf es kaum Kritik. Selbst die Szenen im Taxi sind vorallem für die damalige Zeit sehr gut gemacht, man erinnere sich sonst an die billige Leinwand als Heckscheibe. Die Filmmusik stammt vom bekannten, leider 1975, wenige Stunden nach Beendigung der Musikaufnahmen, verstorbenen, Oscar-Preisträger Bernard Herrmann (Citizen Kane, Psycho). Auch für Taxi Driver gab es eine Oscar Nominierung. (9/10)

Darsteller: Oscar-Nominierungen für Robert DeNiro (bester Hauptdarsteller) und Jodie Foster (beste Nebendarstellerin). Zweitere erlangte durch diesen Film internationalen Bekanntheitsgrad und gehört mittlerweile bekanntermaßen zur gestandenen Hollywood-Größe. DeNiro zeigt hier wiedereinmal eine wirklich geniale Leistung und überzeugt dermaßen mit Glaubwürdigkeit, dass man ihm die Rolle zu 100% abkauft. Zur Vorbereitung fuhr er selbst mehrere Tage lang in New York Taxi - toll! (10/10)

Regie: Über Martin Scorsese selbst habe ich in zwei anderen Rezensionen bereits genug Worte verloren - bei Interesse bitte dort nachschauen (Departed + GoodFellas). Zu ihm persönlich noch hervorzuheben ist, dass er in einer Szene selbst eine Rolle übernimmt. Die Regie ansich ist gewohnt lücken- und fehlerlos und äußerst gut inszeniert. Man denkt sich, dass Scorsese auch mal angefangen haben muss und diese Anfänge weniger genial sein müssten - hier war er bereits sehr genial. (10/10)

Fazit: Es hinterlässt schlichtweg Staunen, Scorseses Werke zu betrachten und es macht einfach Spaß Robert DeNiro bei der Arbeit zu beobachten. Aber vorallem diese Kombination ist es jedes mal aufs Neue, die die Extraklasse ausmacht. Dazu noch eine ausgeklügelte Story, eine geniale Inszenierung und legendäre Szenen (DeNiro vor dem Spiegel mit der Waffe), wie es hier der Fall ist, und das Meisterwerk ist geschaffen. Muss man gesehen haben!

Ein kleiner, intressanter Hintergrund: Auf Grund des brutalen Endes, weigerte die Filmfirma sich, es so zu veröffentlichen und verlangte von Scorsese, es abzuändern. Dieser änderte es und zeigte es so der Produktionsfirma vor, welche sich auch damit zufrieden gab. Allerdings gab Scorsese seine Originalversion in die Produktion und so wurde der Film mit dem blutigen Ende in den Kinos gezeigt.

10/10 Punkte

Donnerstag, 29. Dezember 2011

GoodFellas

Genre: Krimi | Thriller

Erscheinungsjahr: 1990

Regie: Martin Scorsese

Besetzung: Robert DeNiro, Ray Liotta, Joe Pesci, Lorraine Bracco uvm.

Inhalt (kurz): Der Film zeigt den kriminellen Werdegang Henry Hills und seiner beiden Partner Jimmy Convay und Tommy DeVito in Brooklyn der 50er Jahre. Fasziniert von der örtlichen Mafia haben sie auch bald Kontakt zur Cosa Nostra und gelangen dadurch zu Wohlstand. Doch weiterhin betreiben die drei ihre eigenen Geschäfte, was zunehmend Probleme mit sich bringt...

Bewertung:

Story: Scorseses zweiter Mafiafilm und die inoffizielle Antwort auf Coppolas Trilogie "Der Pate" zeigt sich gewohnt lücken- und fehlerlos, sowie von einer realistischen Atmosphäre geprägt. Die Story ist sehr rational dargestellt, so beruht es doch auf Tatsachen und verfilmt das Leben des bekannten Mobster Henry Hill. Spannende und gut inszenierte Thematik. (9,5/10)

Bild & Ton: Der Film bietet natürlich keine heutig gerechten Special Effects auf, das benötigen Filme dieses Genres aber auch heute noch nicht, wie am Beispiel von "The Departed" (Rezension Nov. 2011) bewiesen wird. Die Synchronisation ist gewohnt professionell. Die Musik ist durchdacht ausgewählt und dient zur zeitlichen Orientierung. (9/10)

Darsteller: Wieder einmal genial was hier aufgeboten wird. Mit Ray Liotta und vorallem Robert DeNiro sind hier zwei Größen des Kinos vertreten, Joe Pesci (ferner bekannt aus "Kevin allein zu Haus") konnte sogar den Oscar als bester Nebendarsteller ergattern. Lorraine Bracco brachte es eine Nominierung als beste Nebendarstellerin ein. Es macht absolut Spaß den dreien bei ihrer Arbeit zuzusehen. Auch die weiteren Nebendarsteller sind mit bekannten Gesichtern gespickt und souverän. Top! (10/10)

Regie: Wie ich auch bereits bei "The Departed" schrieb, ist Martin Scorsese einer der einflussreichsten Regisseure der letzten 40 Jahre. Er wurde für dieses Werk für die Oscare der besten Regie und des besten adaptierten Drehbuchs nominiert, musste sich jedoch jeweils hinter "Der mit dem Wolf tanzt" geschlagen geben. Auch in der Kategorie bester Film scheiterte man an diesem. Doch bei so starker Konkurrenz ist es keine Schande. (10/10)

Fazit: Nach meiner Meinung ist GoodFellas der beste Mafiafilm nach Der Pate und kann sich auch im direkten Vergleich durchaus sehen lassen - hier werden die Geschehenisse realistischer dargestellt, als in Francis Ford Coppolas Trilogie. Fast durchgehend aus der Sicht des Protagonisten erzählt und von ihm aus dem Off kommentiert, beginnt man ziemlich schnell sich mit ihm zu identifizieren und dem Film aufmerksam zu folgen. Spannend, realistisch und großartig besetzt ist er ein must-see für alle Fans des Genre und Films.

10/10 Punkte






Sonntag, 11. Dezember 2011

Transformers 3

Genre: Action | Abenteuer | Sci-Fi

Erscheinungsjahr: 2011

Regie: Michael Bay

Besetzung: Shia LaBeouf, Tyrese Gibson, John Torturro, Rosie Huntington-Whiteley, John Malkovich uvw.

Inhalt (kurz): Der Film zeigt etwas mehr über die Anfänge der Transformers auf der Erde und dessen Krieg auf ihrem Heimatplaneten Cybertron. Zurück in der Gegenwart kehren die Decepticons aus dem Untergrund zurück und der Kampf entflammt erneut. Protagonist Sam Witwicky steht erneut vor einer schwierigen Aufgabe...

Bewertung:

Story: Ganz intressant sind die Verknüpfungen zu realen Ereignissen, wie der Mondlandung und Tschernobyl. Allgemein scheint hier versucht worden zu sein, mehr Wert auf die Story zu legen, als in den Vorgängern; dazu später mehr. Im Grunde lief es aber wieder auf das gleiche hinaus - durchwachsen! (7/10)

Bild & Ton: Wie auch schon bei den ersten beiden Teilen ist es echt sagenhaft mit welch krassen Special Effects hier gearbeitet wird, auch wenn sie in Quantität deutlich nachließen. Dennoch ist es eine echte Augenweide diesem Spektakel zu folgen. Der Synchronisation ist ebenfalls keine Kritik anzulasten. Die Hintergrundmusik wirkt allerdings teilweise etwas fehl am Platz. (9/10)

Darsteller: Wer Shia LaBeoufs Karriereleiter in den letzten Jahren beobachtet hat, kann nur beeindruckt sein. Der "Junge" springt von einer großen Rolle zur nächsten und macht seine Sache dabei verdammt gut.
Vorallem Fans der Serie wird bekannt und aufgefallen sein, dass Megan Fox nicht mehr mit dabei ist. Als Ersatz kam Rosie Huntington-Whiteley, was nicht wirklich einen Unterschied zu machen scheint.
Nebendarsteller wie John Torturro und John Malkovich sind immer gern gesehen. (8/10)

Regie: Michael Bay entwickelt sich allmählich zu einer festen Größe in Hollywood - dass er sein Handwerk beherrscht, zeigte er ja auch bereits in der Vergangenheit: Bad Boys 1+2, Armageddon, Pearl Harbor, Die Insel etc. Bekannte Filme, auch wenn es dafür auch streckenweise Kritik hagelte. In den letzten Jahren konzentrierte er sich lediglich auf die Transformers-Serie, wir können also gespannt sein was er uns noch präsentieren wird. (7,5/10)

Fazit: Ich muss sagen, dass ich als Fan der Serie etwas enttäuscht war. Der Film geht zwar rund 154 Minuten, macht die Sache aber auch nicht besser, wenn man bedenkt, dass in der ersten Stunde so gut wie nichts passiert und auch danach alles weniger prunktvoll ist, als gewöhnt. Diese Filme leben von ihren brachialen Actionszenen und Special Effect und lassen ohne diese mehr Wünsche offen, als sie befriedigt wurden. Es ist schön, wenn versucht wird eine detailliertere Geschichte zu stricken, jedoch darf das nicht auf Kosten der Spannung gehen. Es kommt am Ende zwar wieder zum sog. Showdown der Super-Transformers und es gibt natürlich auch wieder sehr nette Szenen zu bestaunen aber insgesamt war es dieses mal zu wenig, schade!

7,5/10 Punkte

Freitag, 2. Dezember 2011

WALL·E – Der Letzte räumt die Erde auf


Genre: Zeichentrick | Abenteuer | Sci-Fi

Erscheinungsjahr: 2008

Regie: Andrew Stanton

deutsche Synchronisation: Timmo Niesler, Luise Helm, Markus Maria Profitlich uvm.

Inhalt (kurz): Der Film dreht sich um den kleinen Aufräumroboter Wall-E und dessen tristen und einsamen Alltag, in dem er versucht die, wegen Umweltverschmutzung unbewohnbare, Erde aufzuräumen. Doch bald landet ein Raumschiff und Wall-E's Leben nimmt eine rasante Wendung...

Bewertung:

Story: Die Geschichte befasst sich mit einem aktuellen und kritischen Thema und schafft es das ganze mit Witz und Charme zu verpacken, es aber trotzdem mahnend ernst zu nehmen. Das Szenario ist vorallem im späteren Verlauf zwar übertrieben, passt jedoch voll ins Konzept. (9/10)

Bild & Ton: Der Film ist gänzlich animiert, deswegen steht das natürlich im Vordergrund. Die Animationen sind zeitgemäß, schön anzusehen und machen Spaß. Auch die Toneffekte sind gelungen, die Filmmusik ist gerade zu genial. Hier gab es auch mehrere Oscar-Nominierungen (unter anderem für den Titelsong von Peter Gabriel). (9/10)

Synchronisation: Da der Film logischerweise keine echten Darsteller aufweist, gibt es in diesem Fall eine extra Rubrik der Synchronisation. Es gibt vergleichsweise wenig Dialoge, welche aber durchweg gut gesprochen sind, hier gibt es nichts zu bemängeln. Die Laute, die der kleine Protagonist von sich gibt, machen den Charme des Films aus. (8/10)


Regie: Die Regie übernahm Andrew Stanton, welcher mit Das große Krabbeln und Findet Nemo bereits sehr erfolgreich sein Können in diesem Bereich unter Beweis gestellt hat. Auch als Drehbuchautor war er jeweils aktiv. (10/10)

Fazit: Die ersten 40 Minuten wird kaum ein Wort gesprochen, sondern nur mit beeindruckenden Bildern gearbeitet. Dadurch entsteht eine düstere und einsame Atmosphäre, welche mit dem Protagonisten mitfühlen lässt. Der Film zeigt kritisch das Ausmaß der Umweltverschmutzung auf unserer Erde und bedient sich dabei viel Witz, Charme aber auch Melancholie, ohne den nötigen Ernst missen zu lassen.
Die Sympathie zum kleinen Wall-E ist so enorm, dass man einfach sagen muss: "So einen will ich haben!" - und genau das macht diese Art Film so erfolgreich.
Wer sich mit Animationsfilmen nicht schwer tut, ist hiermit äußerst gut beraten!

9/10 Punkte

Sonntag, 13. November 2011

Departed - Unter Feinden



Genre: Krimi | Thriller

Premieredatum: 2006

Regie: Martin Scorsese

Besetzung: Leonardo DiCaprio, Matt Damon, Jack Nicholson, Mark Wahlberg, Martin Sheen uvm.

Inhalt (kurz): William Costigan und Colin Sullivan besuchen parallel die Polizei-Akademie in Boston, schlagen folglich allerdings verschiedene Wege ein: der eine als Staff-Sergeant bei der Massachusetts State Police, der andere als Undercover-Agent für die selbige, eingeschleust beim Mafia-Boss Frank Costello. Oder ist doch der andere die "Ratte"? - ein Verwirrspiel beginnt, wessen Stränge mehr und mehr zusammenlaufen...

Bewertung:

Story: Das ganze ist ein Remake des Hongkong-Films Infernal Affairs. Genial verstrickt, lückenlos ohne auch nur dem kleinsten Fehler, durchgehender Spannung und einem Ende, das überraschender und besser nicht sein könnte. (10/10)

Bild & Ton: Ohne große Special Effects kommt dieser Film daher, braucht diese aber auch nicht im geringsten. Die Synchronisation ist makellos und mit für die bekannten Gesichter gewohnten, guten Stimmen besetzt. Die Musik ist passend und genial, nichts anderes kennt man vom bekannten Komponisten Howard Shore (Herr der Ringe 1-3 uvm). (9,5/10)

Darsteller: Die Namen sagen eigentlich bereits alles, ich möchte es aber dennoch nicht unkommentiert lassen. Leonardo DiCaprio ist spätestens seit diesem Werk endgültig erwachsen geworden, Matt Damon und Jack Nicholson spielen gewohnt überragend und auch die zahlreichen bekannten Nebendarsteller überzeugen (Mark Wahlberg mit dem Oscar als bester Nebendarsteller nominiert). (10/10)

Regie: Wenige Worte: Martin Scorsese ist Gott. Was dieser Mann anfässt, wird zu Gold, wie mehrfach und bereits früh bewiesen wurde: Taxi Driver, Good Fellas, Gangs of New York und Shutter Island sind nur wenige seiner zahlreichen, brillianten Werke. Für Departed gab es schließlich den lang ersehnten Oscar, nach bis dato sechs Nominierungen! (10/10)

Fazit: Meiner Meinung nach wohl einer der besten Filme der letzten 20 Jahre. Wenn auch, wie angesprochen, ein Remake, übertrifft es sein durchaus gutes Original um Längen. Vier Oscars (Beste Regie, bester Film, bestes adaptieres Drehbuch und bester Schnitt) sahnte das Werk bei den 79. Academy Awards ab. Das allein macht zwar noch keinen guten Film aus, ist in diesem Fall aber berechtigt. Von Anfang bis Ende wird der Zuschauer gefesselt und am selbigen dermaßen überrascht, dass es einen bleibenden Eindruck hinterlässt.

Mir bleibt nichts anderes übrig:

10/10 Punkte

Mittwoch, 2. November 2011

Batman Begins



Genre: Action | Thriller

Premieredatum: 2005

Regie: Christopher Nolan

Besetzung: Christian Bale, Liam Neeson, Katie Holmes, Morgan Freeman, Gary Oldman, Michael Caine uvm.

Inhalt (kurz): Nachdem der junge Bruce Wayne mit ansehen muss, wie seine Eltern ermordet werden, begibt er sich einige Jahre darauf nach Asien, wo er in einem Kloster im Nahkampf ausgebildet wird. Wenig später macht er sich auf die Suche nach dem Mörder, woraufhin er sein Alter Ego Batman enthüllt. Der erste Superschurke lässt nicht lange auf sich warten...

Bewertung:

Story: Die Geschichte beruht auf den bekannten gleichnamigen Comic. In wie weit sich die Vorlage von der Umsetzung unterscheidet, kann ich leider nicht beurteilen, da ich nie einen der Comics gelesen habe. Deshalb also meine unabhängige Meinung: Äußerst intressant die Entstehungsgeschichte Batmans mit anzusehen, nachdem es in den letzten Jahren bereits einige Spielfilme darüber zu bestaunen gab. Vorallem seine Ausbildungszeit sorgt beim Zuschauer für Interesse. (8/10)

Bild & Ton: Die Special Effects sind nicht besonders zahlreich, hier sagte man sich weniger ist mehr, traf damit aber voll ins schwarze, denn so wirkt der Film nicht überladen und es bleibt genug Raum für eine gute Story. Die vergleichsweise wenigen Effekte sind natürlich durchweg gelungen. Besonders hervorzuheben ist die überragende Kamera, nicht ohne Grund gab es hier eine Oscar-Nominierung. Ton und Synchro sind ebenfalls top, so wie die sehr packende Musik. (8/10)

Darsteller: Jeder Filmkenner sollte bei den Namen bereits aufgehorcht haben und wissen, was für Hochkaräter hier vertreten sind. Mit Christian Bale, einem der bestbezahltesten und begehrtesten Schauspieler momentan, in seiner ersten Rolle als Batman, hat man einen Hauptgewinn gelandet. Er ist für mich der bisher beste Batman.
Doch auch die mehrfach preisgekrönten Nebencharaktere sind nahezu überragend dargestellt. (10/10)

Regie: Dass Christopher Nolan sein Handwerk wie kein zweiter beherrscht, wissen wir spätestens seit Prestige, Inception oder dem Batman Begins Nachfolger The Dark Knight. Ist dieses Werk in der Reihe das erste, hat er sich in den drei anderen zwar noch deutlich gesteigert, aber auch hier bereits sein Können bewiesen. Weder Logik-, noch Regiefehler vermiesen einem die Laune und alles ist gut aufeinander abgestimmt. (9/10)

Fazit: Nicht so genial wie sein Nachfolger (welchen ich hier sicher auch noch bewerten werde), aber dennoch ein sehr guter Film und besonders für Batman/Comic-Superhelden Fans ein absolutes Muss! Christian Bales erste Rolle als Batman wirkt überzeugend und läutete gleichzeitig die düstere Ära der Batman-Filme ein. Das Gesamtpaket ist durchweg gut, allerdings fehlt leider ein wenig das gewisse Etwas, was es zu einem 10-Punkte-Film gemacht hätte.

8,5/10 Punkte

Samstag, 29. Oktober 2011

Black Water





Genre: Abenteuer | Horror | Thriller

Premieredatum: 2007

Regie: David Nerlich, Andrew Traucki

Besetzung: Diana Glenn, Maeve Dermody, Andy Rodoreda, Ben Oxenbould

Inhalt (kurz): Die Schwestern Grace, Lee und Grace' Freund Adam begeben sich, mittels Boot, auf einen Abenteuerurlaub in den Sumpfgebieten Australiens. Doch bald kentern sie und werden von einem Krokodil in den Sümpfen festgehalten...

Bewertung:

Story: Da es auf wahren Begebenheiten beruht, ist hierzu nicht viel zu sagen. Über den Realitätswert könnte man streiten, dazu an anderer Stelle mehr. Spannung wird leider nur in einigen wenigen Szenen erzeugt und macht das Gesamtpaket damit eher langweilig. (5/10)

Bild & Ton: Optisch bedient sich der Film der gängigen Mittel und ist trotz Low-Budget gekonnt. Lediglich der dezent verwackelten Kamera ist dies anzumerken. Die wenigen Effekte sind überzeugend. Die Synchronisation ist leider des Öfteren schlecht getimt und wirkt gekünstelt. Hier merkt man, dass an der beauftragte Firma gespart wurde. Die Musik zum Spannungsaufbau ist dezent und bleibt in keiner großen Erinnerung - weder positiv noch negativ. (7/10)

Kulisse: Der Ort des Geschehens beschränkt sich fast den gesamten Film über auf einen Tümpel, und den darin befindlichen paar Mangroven. Etwas schade, denn so mangelt es an Abwechlung. (3/10)

Darsteller: So wie es sich für einen Low-Budget Horrorfilm gehört, wurden hier weniger bekannte Schauspieler verwendet. Außerdem beschränkt sich die Anzahl auf ganze fünf. Oskarreife Darstellungen sind hier natürlich nicht zu erwarten, für den Sinn und Zweck dieses Films reichen sie aber aus. Weniger überzeugend sindallerdings die nervigen, hysterischen Parts der beiden weiblichen Darstellerinnen. Positiv: Es wurden endlich mal keine Teenies, sondern erwachsene Menschen verwendet. (5/10)

Regie / Logik: Leider häufen sich die Regie- und Logikfehler in diesem Streifen zunehmend. Unlogische Handlungsweisen der Charaktere lassen zwischenzeitlich Unverständnis aufkommen. Da der Film auf wahren Begebenheiten basieren soll, ist das unlogische Verhalten des Krokodils allerdings nicht zu entschuldigen. Hier hätte es ein wenig mehr Recherche bedurft. Jeder, der schon einmal einen Dokumentarfilm darüber gesehen hat, wird wissen, was ich meine. Positiv zu erwähnen ist, dass das besagte Krokodil hier kein riesiges Urzeitmonster widerspiegelt, wie in vielen ähnlichen Filmen, sondern annähernd echte Maße aufweist. (3/10)

Fazit: Angesichts des Budgets muss man natürlich Abstriche machen, auch wenn immer die Frage aufkommt, ob man mit mangelnden Mitteln so etwas produzieren muss. In dieser Hinsicht ist es zumindest schonmal kein Totalausfall. Fans solcher "blutrünstigen" Horrorfilme kommen leider nicht ganz auf ihre Kosten, da die Zahl der entsprechenden Szenen zu gering ausfällt. In wie weit sich die "wahre Begebenheit" von dem Film unterscheidet, vermag ich natürlich nicht zu beurteilen - es ist jedenfalls realistisch, dass es sich so oder so ähnlich zugetragen hat. 

Alles in allem kann man es sich ein mal angucken...häufiger aber auch nicht.

5/10 Punkte

Zur Info

  1. Ich bewerte immer den zuletzt gesehenen Film, somit ist also keine Logik in der Reihenfolge der Posts zu suchen.
  2. Ich schaue mir Filme grundsätzlich in DVD, Bluray oder Kinoqualität an. Ich verzichte auf diverse Online-Streams, schon allein um die Bewertung nicht zu verzerren.
  3. Ich werde die Filme in deutscher Sprache begutachten und somit auch die Synchronisation in meine Bewertung einfließen lassen.
  4. Ab und zu kann sich auch mal ein Kurzfilm oder Dokumentarfilm hierher verirren, also bitte nicht nur Spielfilme erwarten. 
  5. Ich behalte mir vor, nachträglich Änderungen vorzunehmen, werde dies dann aber vermerken.

Mittwoch, 26. Oktober 2011

Hallo erstmal

So meine lieben Freunde, Bekannten, Kollegen, Fans, Fremde und sonstige Personen, die sich hierher verirrt haben. Dieser Blog dreht sich, wie der Name bereits vermuten lässt, um Filmkritiken oder besser gesagt um Filmrezensionen. In relativ regelmäßigen Abständen werde ich hier Rezensionen zu Filmen verschiedenster Art veröffentlichen und mit einer Skala von 0-10 bewerten. Ich weise hier das erste und einzige mal darauf hin, dass es sich dabei lediglich um meine persönliche Meinung handeln wird und ich nicht dafür garantiere, dass meine Leser (sollte ich jemals welche haben) der selben Ansicht sein werden.
Ferner werde ich mir die allergrößte Mühe geben, das ganze spannend und professionell zu gestalten...ich hoffe, dass es mir gelingen wird.

So nun genug blabla, baldig wird hier der erste produktive Eintrag erfolgen ;)